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Oberflächenbeschaffenheit

Bei der Wahl des richtigen Papiers zur Reproduktion von Drucken auf dem Risographen ist besonders eines wichtig: die Oberflächenbeschaffenheit. Egal ob holzhaltig oder holzfrei, werden diese Papiere nach ihrer Herstellung in verschiedenen Techniken veredelt um die Oberflächeneigenschaften des Papiers zu verändern. Hierbei wird unterschieden in maschinenglatte Papiere (Papiere, die so wie sie aus der Maschine kommen belassen werden, sie sind eher rau und die Ober- und Unterseite (das heißt Filz- und Siebseite) ist teilweise gut erkenntlich), satinierte Papiere (Papiere mit geschlossener, glänzender und glatter Oberfläche), gestrichene Papiere (Papiere, bei denen eine pigmenthaltige Streichschicht aufgetragen wird, entweder glänzend oder matt), geprägte Papiere (Papiere, die durch Prägekalander ihre z. B. gerippte, genarbte oder gehämmerte Struktur erhalten) sowie beschichtete Papiere (Papiere mit kunststoff- oder lackbeschichteten Oberflächen, die sogar wisch- und wasserfest sein können). Während beim Digitaldruck die Oberflächenbeschaffenheit eine untergeordnete Rolle spielt, weil der verwendete Toner auf beschichtetem sowie unbeschichtetem Papier gleichermaßen gut hält, ist diese beim Risographen zentral. Im Digitaldruck wird der Toner im letzten Schritt des Druckvorgangs fixiert, das heißt, das Papier durchläuft eine Fixiereinheit (zwei Rollen, eine Heiz- und eine Druckwalze), wo bis zu 200 °c Hitze und Druckeinwirkung die Bindung des Tonerpulvers mit dem Papier sicherstellen, bevor die erwärmten Drucke aus der Digitaldruckmaschine kommen.1 Da beim Risograph nicht mit Toner, sondern mit Farbe gearbeitet wird, kann diese Farbe nicht in einem solchen Verfahren fixiert werden, die Struktur des Papiers ist also einzig und allein dafür zuständig, dass die Farbe in das Papier einsinkt. Gestrichene Papiere scheiden deshalb völlig aus. Es gilt die Faustregel: „Je saugfähiger, desto besser“, insbesondere bei Motivbereichen mit hohem Farbauftrag.

Jackson Lam, der Gründer von Hato Press, einem Riso-Studio in London, sagt dazu: „Es zwingt den Künstler oder Designer, sich mit ungestrichenem Papier auseinanderzusetzen, es gibt Hunderte verschiedene Papiere, die dem Projekt einen zusätzlichen Kontext verleihen.“2 Standardlaserpapiere werden die Tinte des Risographen annehmen, die Oberfläche wird sie aber nicht völlig absorbieren können, deshalb bleibt die Farbe minimal feucht und kann sich ablösen: Daraus resultierend verlängern sich Trocken- und Weiterverarbeitungszeiten, je nach Farbauftrag muss davon ausgegangen werden, dass die Farbe unter Umständen gar nicht trocknet und sich beim Kontakt mit Haut oder beim Stapeln der Bögen Farbe vom Papier löst.

Würde ein gestrichenes Papier auf dem Risographen bedruckt werden, so wäre klar, dass diese Farbe wenig bis gar nicht in die Papierstruktur eindringen kann, da die Strichschicht der gestrichenen Papiere dies verhindert, bzw. erschwert, ein Verschmieren der Farbe während des Druckprozesses innerhalb der Maschine oder nach dem Anfassen eines Bogens wird sehr wahrscheinlich auftreten.