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Weltweite Erfolge

1982 wurden die Neuerrungenschaften erstmals auf der CeBIT gezeigt, 1984 auf der NOMDA, einer großen Büroausrüstungsmesse in den Vereinigten Staaten, präsentiert, die Drucker erhielten durchweg, gute Resonanz. Noch im selben Jahr erscheint zum ersten Mal eine vollautomatische Maschine, der Risograph 007. Dieser beinhaltete eine Mastererstellungseinheit die automatisch in der Lage war, den erstellten Master auf den Druckzylinder anzubringen, hierdurch ergab sich ein weiterer Vorteil für das Druckverfahren: Man konnte fortan ohne Wissen über Zylinder, Masterfolien und Farbpatronen Kopien von bereits ausgedruckten Dokumenten über eine Glasvorlage erstellen1. 1986 wurde dieser um eine Digitaleinheit erweitert und war fortan vom Computer aus ansteuerbar. Die Firma expandierte nach Amerika, Europa und Afrika. Heute werden Drucker der Firma RISO in 180 Ländern und Regionen weltweit eingesetzt und machen den größten Marktanteil an digitalen Duplikatoren aus, in Verbindung mit der steigenden Digitalisierung und Verbindung zu Textverarbeitungsgeräten oder PCs wurde die Verbreitung der Risographie erneut vorangetrieben.

Im Jahr 1995 wurde Japan vom großen Hanshin-Awaji-Erdbeben getroffen und plötzlich spielte der Risograph bei der Verbreitung von Nachrichten eine sehr große Rolle: Da es großen Zeitungen nicht möglich war, ihre Ausgaben auf großen Druckmaschinen zu drucken, kam der Risograph flächendeckend zum Einsatz. 1999 übernahm Akira Hayama, der Sohn von Noboru Hayama, die Position des Präsidenten und des repräsentativen Direktors an um die Firma erneut zu revolutionieren. Während 1999 bereits farbige Matrizengeräte im Einsatz waren entschied sich die Firma RISO, das Drucken mit Farbe erneut erschwinglicher zu machen. In einer Kollaboration mit Olympus wurde ein Hochgeschwindigkeits-Farbtintenstrahldrucker, der RISO HC 5000, entwickelt. Am ersten Verkaufstag erreichte der HC 5000 einen Weltrekord bei der Druckgeschwindigkeit von 105 Seiten / Minute und bleibt bis heute weltweit schnellste Drucker. Neben der Geschwindigkeit hatte RISOs Highspeed-Vollfarbdrucker revolutionäre wirtschaftliche Leistung auf einem Qualitätsniveau von etablierten Schwarz-Weiß-Druckern.

2001 wird das risographische Kaltdruckverfahren durch den Einsatz von Sojafarbe erneut revolutioniert, seit 2004 ist das zweifarbige MZ-System im Einsatz. 2007 erschien der Handheldscanner „Scamo“, ein handlicher Scanner, der es dem Benutzer ermöglicht, praktisch jedes Objekt bis zur Postkartengröße zu scannen. Seit 2009 stellt RISO unter anderem Vierfarb-Inkjet-Drucker der Serie „ComColor“ her2, die brillante und schnelle Ergebnisse erzielen, allerdings setzen diese Maschinen auf vierfarbige Tonerkartuschen und somit autotypische Farbmischung, weshalb diese Drucker in dieser Publikation vernachlässigt werden, da sie eher konventionellen Tintenstrahldruckern entsprechen.

2013 wurde der erste Digitalduplikator vorgestellt, der im Papierformat DIN A2 drucken kann, dem laut RISO üblichsten Format in der Druckindustrie3, offiziell arbeitet die Maschine allerdings nur mit Grammaturen bis 120g/m2, das macht den RISO A2 besonders für die Reproduktion von Zeitungen im Tabloidformat (285  400 mm)4 interessant. Einer dieser RISO A2 steht an der Van Eyck Academie in Maastricht; durch eine Partnerschaft mit RISO Benelux war es der Van Eyck Academie möglich, in einer der Werkstätten, dem Charles Nypels Lab5 (benannt nach dem Maastrichter Typograf Charles Nypels, 1895 – 1952) diesen Drucker dort zu installieren und in Betrieb zu nehmen. 2014 und 2016 fanden hier die „Magical RISO“-Expertentreffen statt, zu dem RISO-Enthusiasten aus der ganzen Welt angereist sind. Die Van Eyck-Academie stellt damit einen Dreh- und Wendepunkt der heutigen RISO-Szene dar und ist aus dem Diskurs nicht mehr wegzudenken.

1 Das Charles Nypels Lab in Maastricht (NL)
  1. http://www.esol.com/successstory/case_33.html, abgerufen am 13. Februar 2017
  2. RISO ComColor X1, https://www.risoprinter.de/produkte-loesungen#riso-comcolor-x1, abgerufen am 13. Februar 2017
  3. RISO A2, https://www.riso.co.jp/english/product/a2/, abgerufen am 27. März 2017
  4. Zeitungsformat aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, https://de.wikipedia.org/wiki/Zeitungsformat, abgerufen am 27. März 2017
  5. Charles Nypels Lab, http://www.janvaneyck.nl/en/labs/charles-nypels-lab/, abgerufen am 1. Februar 2017