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Innovation durch Automatisierung

1963, in einer Ära hohen Wirtschaftswachstum Japans, änderte das Unternehmen seinen Namen erneut und vorerst final in den heutigen Namen, RISO Kagaku Corporation1(japanisch „科学“, dt. „Wissenschaft“). Bis dato wurden die Vorlagen in Form von Masterfolien nach wie vor mit Schreibmaschinen hergestellt und die nächste Innovation Hayamas war daraufhin, dieses Verfahren zu automatisieren und damit zu vereinfachen. Durch Bestrahlung der Folie mit Licht konnte genug Wärme erzeugt werden, um die Masterfolie zu belichten was zur Entwicklung des Gerätes RISO FAX JF-7 führte.

Die Zeitungen Japans berichteten massiv über diese technische Errungenschaft, da das Erzeugen einer solchen Masterfolie, das üblicherweise mindestens zehn Minuten dauerte, mit dem Riso-Fax nun in nur fünf Sekunden erledigt wurde.2 Ein führender Produzent von Bürogeräten mit Hauptsitz in den USA wurde auf dieses Verfahren aufmerksam, Mimeographen spielten in den Vereinigten Staaten schließlich auch eine riesige Rolle. Der Produzent bot an, die Masterfolien der Firma RISO für seine Geräte zu verwenden. Die erforderliche Produktion stieg auf 10 Millionen Blätter pro Monat, eine für ihn unvorstellbare Summe. Während Hayama gleich drei neue Fabriken bauen ließ, kam nach einem Jahr der Anruf, dass die Bestellung fortan storniert werden sollte und er musste daraufhin fast die Hälfte seiner 300 Angestellten entlassen. Er selbst nahm die Zügel in die Hand, strich seinen Posten als Präsident der Firma und wurde Verkaufsleiter; er selbst versuchte, die Geräte zu verkaufen. Gleichzeitig sammelte er die Ingenieure und deklarierte die Entwicklung neuer Produkte. Die daraufhin folgende nächste Innovation nach der thermischen Belichtung der Masterfolien war die Verwendung eines stroboskopischen Kamerablitzes für die Belichtung.3

Durch die prekären Arbeitsverhältnisse arbeiteten die Ingenieure mit einem sehr kleinen Budget, um das neue Produkt in nur einem Jahr abzuschließen. 1972 entwickelte RISO einen Foliendrucker für Overheadprojektoren, doch dies war Hayama nicht genug, er wollte weiter im Feld des für ihn geübten Schablonendrucks arbeiten und untersuchte mit seinen Angestellten die Nachteile von eben diesem: Hände würden schmutzig, Tinte färbte ab und die Schrift auf Briefen sei oftmals sehr schwammig und schlechter lesbar als die von Schreibmaschinen erzeugten Buchstaben. Um den ultimativen Schablonendruck zu erreichen und sich nicht nur auf das Erstellen der Masterfolie zu beschränken, musste die Drucktechnologie von Grund auf neu entwickelt werden: Ein vollautomatisches Farbsystem, in dem Tinte automatisch eingespeist wird; ein Druckverfahren, das durch Computer kontrolliert werden konnte.